Projektbeschreibung
In Europa herrscht ein stets wachsender Bedarf an Pflegekräften, an Menschen, die im Unterstützungsprozess von Hilfebedürftigen an vorderster Front stehen. Laut dem Grünbuch der Europäischen Kommission wird der bevölkerungsstatistische Anteil der zu Pflegenden von 49% im Jahr 2005 auf 66% im Jahr 2030 ansteigen (COM 2005:94).
Trotz dieser Tatsache gibt es ein nicht zu übersehendes Vakuum im Bereich pflegender Angehöriger; in Bezug auf Bildung und Training bis hin zur offiziellen Anerkennung von Kompetenzen. Immer noch werden 75% der hilfsbedürftigen Personen im Familienkontext hauptsächlich von Angehörigen (www.bmsk.gv.at 2007), die kaum über ein grundlegendes Wissen im Bereich Pflege verfügen, gepflegt. In den meisten europäischen Ländern ist eine gegenwärtige Diskussion über die Qualität und die Kosten von Pflege beobachtbar.
Gänzlich professionelle Pflegeleistungen übersteigen meist die finanziellen Ressourcen der Familien und der staatlichen Institutionen. Dahingegen stellen teilweise legalisierte Möglichkeiten (Pflegepersonen aus dem osteuropäischen Raum) eine Herausforderung bezüglich der rechtlichen Grundsätze und der sozialen Sicherheit für das juristische System dar. Die Zulassung zur Pflege und Anerkennung der Qualität und Effizienz von Pflegeprozessen pflegender Angehöriger lässt Auswirkungen auf das System erwarten, einerseits auf die Leistbarkeit von Pflege und andererseits auf die physische Gesundheit der Pflegenden (z.B. hinsichtlich der Prävention eines Burnout-Syndroms).
Ziel von CARERS ist die Erstellung eines Lern- und Unterstützungssystems, das speziell auf diejenigen abgestimmt ist, die sich um die Pflegebedürftigen kümmern. Es soll Antworten geben bezüglich spezieller Bedürfnisse in der unterstützenden Arbeit von pflegenden Angehörigen als auch in Hinblick auf deren persönliches Wohlbefinden. Das Projekt entwirft nicht nur ein Lern- und Trainingsunterstützungssystem in Anlehnung an definierte Grundkompetenzen. Es steht auch in Synergie mit anderen Initiativen, wie beispielsweise dem aktuellen Leonardo da Vinci Projekt „ECL-European Care Licence”. Dieses entwirft ein grundlegendes Eintrittszertifikat in den Pflegesektor, welches später ein akzeptiertes und anerkanntes Zertifikat in Europa werden könnte.